SAP Process Orchestration (PI/PO) trägt in vielen SAP-Landschaften noch geschäftskritische Schnittstellen. Da die Mainstream-Wartung für SAP PO 7.5 Ende 2027 endet und eine erweiterte Wartung bis 2030 angeboten wird, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Umstieg auf die SAP Integration Suite zu planen. So gehen wir eine solche Migration in der Praxis an.
1. Mit einer vollständigen Bestandsaufnahme beginnen
Bevor etwas migriert wird, erfassen Sie jedes Integrationsszenario: Sender und Empfänger, Adaptertypen, Mappings, Nachrichtenvolumen, Fehlerquoten und fachlich Verantwortliche. In den meisten Landschaften wird ein überraschend großer Teil der Schnittstellen nicht mehr genutzt oder lässt sich durch Standard-APIs ersetzen. Jede Schnittstelle, die Sie abschalten, müssen Sie nicht migrieren.
2. Entscheiden: übernehmen, neu gestalten oder ersetzen
- Übernehmen: Einfache, stabile Szenarien lassen sich oft mit den Migrationswerkzeugen von SAP und kleinen Anpassungen umziehen.
- Neu gestalten: Komplexe Mappings oder BPM-Prozesse werden meist besser als saubere iFlows mit Groovy-Skripten und wiederverwendbaren Komponenten neu gebaut.
- Ersetzen: Wo SAP oder das Partnersystem eine moderne API anbietet, nutzen Sie diese statt einer Datei- oder IDoc-Schnittstelle.
3. Security und Konnektivität früh klären
Die meisten Verzögerungen entstehen nicht durch Mappings, sondern durch Konnektivität: Konfiguration des SAP Cloud Connector, Zertifikate, OAuth-Clients, technische User, Firewall-Freischaltungen und SFTP-Schlüssel. Planen Sie diese Themen vom ersten Tag an mit Ihrem BASIS-Team und Hosting-Partner – besonders in RISE with SAP, wo die Verantwortung zwischen Ihnen, SAP und Ihrem Betreiber aufgeteilt ist.
4. BTP-Governance etablieren
Die Integration Suite ist Teil der SAP BTP. Legen Sie Account- und Subaccount-Modell, Namenskonventionen, Transportweg (z. B. mit SAP Cloud ALM oder dem Transport Management Service), Monitoring und Alerting fest – und wer was deployen darf. Ohne diese Regeln wird die neue Plattform schnell so unübersichtlich wie die alte.
5. In Wellen migrieren und parallel betreiben
Bündeln Sie Schnittstellen nach Geschäftsprozess und Risiko in Wellen. Testen Sie Ende-zu-Ende mit dem Fachbereich, schalten Sie Welle für Welle um und halten Sie das PI/PO-System als Rückfallebene verfügbar, bis die letzte Welle stabil läuft.
Fazit
Eine PI/PO-Migration ist eine Chance, Ihre Integrationslandschaft aufzuräumen – nicht nur eine technische Pflicht. Wenn Sie Unterstützung bei Bestandsaufnahme, Architektur oder Umsetzung wünschen, nehmen Sie Kontakt auf – oder lesen Sie mehr über unsere Leistungen für SAP BTP & Integration Suite.
